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Eine kleine private »Link-Farm« über Grafikdesign, Typografie und das Internet

auf der Thielenbrücke (angekündigt auf der Hobrechtbrücke) das letze Mail 2005. Ich hab’s mal festgehalten -> .
Wir befinden uns im Jahre 2008 n. Chr. Ganz Berlin ist von hippen Grafikdesignern, Jungakademiker-Familien und Spießern besetzt… Ganz Berlin? Nein! Ein von unbeugsamen Prekarier_innen und Arbeitslosen bevölkerter Stadtteil hört nicht auf der Gentrifizierung Widerstand zu leisten. Friedrichshain und Prenzlauer Berg sind bereits yuppisiert, Kreuzberg ist auf dem besten Weg dorthin. Die Latte-Macchiato-schlürfenden Designerinnen, die gerade auf die Schlesische Straße gezogen sind, schielen nun nach Nordneukölln, weil sie dort ihre kleinen trendigen Boutiquen eröffnen wollen. Auf der Weserstraße wurden bereits vereinzelt brunchende Werbetexter gesichtet, die an ihrem Prosecco nippten. Liegt die Gentrifizierung schon auf der Lauer und wartet nur darauf die Arbeitslosen in ihrer sozialen Hängematte zu überraschen? Galt Neukölln bisher nicht als unzähmbarer Problembezirk, als nicht kolonisierbare Wildnis im Großstadtdschungel? JA! Und so soll es auch bleiben! Um dieser Bedrohung entgegen zu wirken, holen wir zum Präventivschlag aus! Bewaffnet mit Wasserbomben-To-Go und Bio-Müll schlagen wir sie mit ihren eigenen Waffen. Am 20. Juli werden wir mit unseren 1-Euro-Milizen an der Ohlauer Brücke die Grenze überschreiten, um bis zum Schlesischen Tor, dem Hort der unerträglichen Hippness vorzudringen.