Petition gegen Internetsperren

Update: Freitag, 8. Mai 09 – 15:30. Heute Nacht gegen 1:15 Uhr hat die Petition die mindestens benötigte Stimmenzahl von 50.000 erreicht – nach nur vier Tagen. Das ist ein Erfolg – ein Zeichen.

Das Thema gehe nicht nur „merkwürdige Nerds und Geeks“ etwas an, meint Heine im Blog des Internet-Theoretikers Sascha Lobo. „Es werden Strukturen geschaffen, die dazu geeignet sind, elementarste Grundrechte zu beschneiden“, während das “eigentliche Problem“ der Kinderpornografie bleibe. Der Chaos Computer Club (CCC) etwa befürchtet nach einer Einführung der Sperrungsinfrastruktur auch eine Zensur anderer Seiten – “sei es aus politischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Motiven”, wie der CCC auf seiner Website erklärt.

Tagesspiegel


Die von CDU und SPD geführte Bundesregierung plant ein Gesetz zur Zensur des Internets.

Angeblich soll durch das neue Gesetz Kinderpornografie im Internet bekämpft werden. Das geplante Gesetz ist dazu jedoch völlig unwirksam und widerspricht darüber hinaus dem Grundgesetz.

Durch die Mitzeichnung der Petition gegen Internetsperren können Sie die geplante Zensur des Internets verhindern und von der Politik wirklich wirksame Maßnahmen gegen Kinderpornografie fordern.


Jetzt mitzeichnen!

Das schwierige daran meines Wissens ist, das es um die Erweiterung des existierenden TeleMediengesetztes geht. Und damit ist es wohl in Zukunft möglich ohne prüfende Instanz jenseits des BKA weitere andere Sperren einzurichten.

Abgesehen davon das es in Wahlkampfzeiten ein ganz schön schnelles Verfahren was da angestrebt wird. Was sonst wenige Gesetztesentwürfe widerfährt.
Ich bin dagegen und hier gibt es eine kurze Zusammenfassung. Und kleine Video-Statements

Hier gibt es weitere Informationen und einen visualisierten Status der Mitzeichnungen

Bei Peter Kröner gibt es eine informative Linkliste zu relevanten Internetseiten:

Petition – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten – Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wenn ihr ein Blog habt, schreibt darin über diese Petition! Wenn ihr in einem Forum aktiv seid, postet dort. Erzählt eurem nichtnerdigem Umfeld davon, sofern vorhanden.
Hintergrundtext: Kinderpornographie & Internet-Sperren – Ausführliche Argumentationsmunition. Wer das hier liest und hinterher immer noch für Sperren ist, sollte seinen Schulabschluss entzogen bekommen. Spaß beiseite, dieser wohlfeile Text ist lang, aber wirklich gut. Weiterverteilen und gerne auch mal Ausdrucken und an Offliner verteilen (ggf. selbige hinterher zur oben genannten Petition schleifen)
Abgeordnetenwatch – Auf dieser praktischen Website findet man seinen Bundestagsabgeordneten, den man (sofern der GröKoz zugehörig) mal freundlich (!) darauf hinweisen sollte, was seine Partei da gerade für einen Blödsinn verzapft. Dieser Weg ist vermutlich sogar wichtiger als die Petition.
@Mitzeichner – Twittert regelmäßig den Status der Petition. So muss man nicht auf der hoffnungslos überlasteten Petitionswebsite nachsehen und blockiert den Server nicht für andere Mitzeichner.
Mit dem Bundestag zurück ins Web 1.0 – Falls ihr wissen wollt, warum der Petitionsserver so lahm ist und ihr doch etwas nerdigen Webkrempel vertragen könnt, lest das. Einfach unfassbar.

Online-Protest: Von Laien regiert

Screenshot Berlin-Kreuzberg-Protest

Zensursula-PinnIch möchte hier nun auch die gut besuchte Online-Kampagne gegen die Internet-Zensur vom Bundeskabinett, initiiert von Ursula von der Leyen verlinken. (Die Leser meines bescheidenen Link-Blogs kennen sie eh schon) Aber es geht ja um die Relevanz und die Häufigkeit/Verbreitung im Netz. Spreeblick.com ist heute (22.04.2009) im Streik, weil die Regierung ein Gesetz zur Sperrung von Websites beschlossen! hat.

Jeder ist eingeladen, eine Markierung auf der Karte zusetzen für die Unterstützung der Menschen gegen eine Internet-Zensur.

Am heutigen Tag, dem 22. April 2009, hat das Bundeskabinett ein Gesetz zur Sperrung von Websites beschlossen, die Kinderpornografie darstellen oder anbieten. Wir unterstützen die Bundesregierung in ihrem Bestreben, dem Missbrauch von Menschen und speziell Kindern ein Ende zu bereiten, bezweifeln jedoch auf Grundlage vieler Expertenmeinungen, dass dieses Bestreben der wahre Grund für die angekündigten Sperrungen ist.



Die geplante technische Umsetzung auf Basis von Sperrlisten halten wir für laienhaft, wirkungslos und unter Umständen kontraproduktiv. Wir fordern die Bundesregierung auf, die durch die Listen offensichtlich bekannten illegalen Websites zu schließen und ihre Urheber bzw. Betreiber strafrechtlich zu verfolgen. Wir lehnen Internetsperren ab, die ob ihrer Intransparenz und technischen Zweifelhaftigkeit eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland sind. Wir fühlen uns durch die von Fachleuten wiederholt in Frage gestellten Zahlen und Fakten, die das Familienministerium kommuniziert, als wählende Bürger belogen.



Wir halten Wahlkampf-Taktiken und politischen Populismus für äußerst unangemessen, wenn es um die Bekämpfung des Verbrechens der Gewalt an Minderjährigen gehen soll.



Sperrlisten, die das BKA tagesaktuell zusammen stellt und „Stoppschilder” auf die gesperrten Seiten stellt, ist technisch albern, juristisch ein Armutszeugnis und politisch reine Augenwischerei.



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